Mediation

vm_header_br_01
Für jedes Problem gibt es eine Lösung,
die einfach, klar und falsch ist.

Henry Louis Mencken,
Amerikanischer Schriftsteller

Über Mediation

Mediation ist eine strukturierte und freiwillige Methode zur konstruktiven Beilegung von Konflikten. Die Streitbetroffenen wollen mit Unterstützung erfahrener Mediationspersonen zu einer einvernehmlichen Vereinbarung gelangen, die ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen entspricht.

In vertraulichen Gesprächen treffen die Parteien eigenverantwortlich Entscheidungen über den Verlauf und die Ergebnisse. Die neutralen und unparteiischen Mediator:innen des Verbands Mediation fördern die Lösungsfindung und gewährleisten einen fairen, transparenten und effizienten Ablauf der Mediation.

Im Fokus steht nicht die Zuweisung von Schuld oder Unschuld oder das Bestimmen von Gewinner:innen und Verlierer:innen, sondern das Streben nach einer optimalen Lösung für alle Beteiligten und die echte Versöhnung der Parteien.

Mediation hat sich weltweit als äusserst erfolgreiche und kostengünstige Methode zur Lösung von Konflikten bewährt.

Wofür ist Mediation geeignet?

Mediation ist eine gute Lösung für viele verschiedene Konfliktsituationen, wenn alle beteiligten Personen gemeinsam eine Lösung finden wollen. Dabei hilft ihnen eine unabhängige professionelle Mediatorin oder ein Mediator. Besonders hilfreich ist Mediation, wenn es wichtig ist, dass die Beziehung zwischen den Personen weiterhin gut bleibt und alle mit der Lösung zufrieden sind. Mediation ermöglicht auch schnelle und effektive Verhandlungen.

Mediation bietet gute Lösungen für viele verschiedene Konfliktsituationen, wenn alle beteiligten Personen gemeinsam gute Lösungen finden wollen. Dabei hilft ihnen eine unabhängige professionelle Mediationsperson.

Besonders dann wenn es wichtig ist, dass die Beziehung zwischen den Streitbetroffenen weiterhin gut bleibt und alle mit der Lösung zufrieden sind kann Mediation helfen, indem sie schnelle und effektive Verhandlungen begleitet und unterstützt.

Lesen Sie dazu auch unsere Fallstudien, welche Ihnen einen interessanten Überblick über die vielfältigen Einsatzgebiete dieser bewährten Methode, Konflikte zu lösen, geben. Weiter zu den Fallstudien ➜

Gerichtsnahe Mediation – Eine Alternative zur staatlichen Schlichtung

Wenn es zu einem Zivilgerichtsverfahren kommt, haben die Parteien seit dem 1.1.2011 die Wahl zwischen staatlicher Schlichtung oder privater Mediation. Die Streitparteien können sogar beantragen, dass das Gerichtsverfahren pausiert und stattdessen eine Mediation stattfinden soll. Die dafür benötigten Formulare finden Sie auf der Website www.bj.admin.ch.

Die Schlichtungsbehörde, der Friedensrichter oder das Gericht können Ihnen auch empfehlen, eine private Mediation durchzuführen.

Besonders in familiären Angelegenheiten, bei denen beispielsweise Entscheidungen über ein Kind getroffen werden müssen, kann das Gericht die Eltern dazu ermutigen, eine Mediation zu versuchen.

Die Phasen – Strukturierte Konfliktlösung

Bei jedem Streitfall wird individuell vorgegangen, je nach den Personen und dem Konfliktthema. In der Praxis hat sich ein Ablauf in fünf Schritten bewährt:

  1. Einleitung und Auftragsklärung
    Zu Beginn lernen alle Teilnehmenden die Grundsätze der Mediation kennen und vereinbaren gemeinsam Regeln für den Umgang miteinander. Die Zusammenarbeit steht im Fokus.
  2. Informations- und Themensammlung
    Die Konfliktpunkte und Anliegen der Beteiligten werden eingebracht und gemeinsam strukturiert. Dadurch entsteht eine Themensammlung
  3. Klären von Interessen und Bedürfnissen
    Die Beteiligten haben die Möglichkeit, ihre Sichtweisen ausführlich darzulegen. Besonderes Augenmerk liegt auf den Interessen und Bedürfnissen, um die verschiedenen Seiten besser zu verstehen.
  4. Finden von Lösungsmöglichkeiten
    In dieser kreativen Phase werden viele Ideen gesammelt und verschiedene Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Gemeinsam werden Vor- und Nachteile abgewogen.
  5. Einigung und Vereinbarung
    Am Ende einigen sich alle Beteiligten auf eine Lösung, mit der sie zufrieden sind. Oft wird dies in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten.
 Dieser strukturierte Ansatz ermöglicht die effektive Konfliktlösung.

Vorteile der Mediation

Einige Beispiele:

  • Schnell, kostengünstig und flexibel:
    Konflikte können effizient und kostengünstig gelöst werden.
  • Selbstbestimmung der Beteiligten:
    Die Parteien können aktiv an der Lösung mitwirken und treffen eigenverantwortlich wichtige Entscheidungen.
  • Zukunftsgerichtete Lösungen:       
    Ziel ist es, Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten gut sind und in die Zukunft schauen.
  • Erhalt der Beziehungen:   
    Die Erfahrung zeigt, dass die Beziehungen zwischen den Beteiligten weiterbestehen oder verbessert werden.
  • Berücksichtigung weiterer Aspekte:
    Es geht nicht nur um rechtliche Fragen, sondern auch um die emotionalen Bedürfnisse und individuellen Interessen der Steitbetroffenen.
  • Vertraulichkeit:      
    Alles, was während den Sitzungen besprochen wird, bleibt vertraulich. Das verhindert möglichen Schaden für das Image.
    Weiter zu den Berufsregeln für Mediator:innen SDM, Version Mai 2016 ➜
  • Freie Wahl der Mediatorin oder des Mediators:     
    Die Parteien können eine passende Mediationsperson frei auswählen.
    Weiter zur Mediator:innen-Suche ➜
  • Hohe Erfolgschancen:        
    Laut einer Umfrage der Fédération Suisse Médiation FSM (2008) liegt die Erfolgsquote bei 70 %.
Durch diese Vorteile bietet die Mediation eine effektive und zufriedenstellende Methode zur Lösung von Konflikten.

Regeln der Mediation

Bei der Mediation gelten wichtige Regeln, darunter:

  • Vertraulichkeit:
    Alle Beteiligten, einschliesslich der Mediatonsperson, verpflichten sich dazu, über den Inhalt der Gespräche Stillschweigen zu bewahren.
  • Offenheit:
    Es ist wichtig, dass relevante Informationen offen kommuniziert werden.
  • Selbstbestimmung:
    Der/Die Mediator:in hat keine Entscheidungsbefugnis in der Angelegenheit. Die Parteien behalten ihre Selbstbestimmung.
  • Vermeidung von Verletzungen und respektvoller Umgang miteinander:
    Die Mediationsperson achtet darauf, dass Unterbrechungen, Beschimpfungen oder ähnliches für den Mediationsprozess hinderliches vermieden werden.
  • Neutralität der Mediationsperson:
    Die Mediationsperson darf keine eigenen Interessen in den Fall einbringen und darf keine Partei bevorzugen. Sie/Er verpflichtet sich, im Falle eines möglichen Gerichtsverfahrens keine Aussage zu machen und keine der Beteiligten als Anwältin oder Anwalt zu vertreten.
  • Freiwilligkeit:
    Es ist jederzeit möglich, die Verhandlungen abzubrechen, wenn eine Partei (einschliesslich Mediator:in) keinen Sinn mehr in der Fortsetzung sieht.
Diese Regeln gewährleisten den fairen und respektvollen Ablauf der Mediation.

Kosten

In der Regel wird pro Stunde oder pro Tag abgerechnet. Der genaue Betrag wird zu Beginn der Mediation festgelegt. Die Preise liegen normalerweise zwischen CHF 150.- und CHF 300.- pro Stunde.

Die Ansätze für die Konfliktklärung in Wirtschaft, Institutionen, Verwaltung etc. werden in der Regel auftragsbezogen offeriert. Üblicherweise werden die Kosten von den Parteien zur Hälfte geteilt.

Es empfiehlt sich, eine schriftliche Vereinbarung über die Bezahlung abzuschliessen.

Fédération Suisse Médiation (FSM)

Quelle: www.mediation-ch.org

Die FSM FÉDÉRATION SUISSE MÉDIATION vereint Mediationsorganisationen mit über 1‘500 Mitgliedern. Als für Mediation national repräsentative Organisation gewährleistet die FSM zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen und den Ausbildungsinstituten die für professionelle Arbeit von Mediatorinnen und Mediatoren erforderlichen Rahmenbedingungen.
Die Fédération Suisse Médiation FSM fungiert als Dachverband.

Der FSM:
Die FSM FÉDÉRATION SUISSE MÉDIATION vereint Mediationsorganisationen mit insgesamt über 1‘500 Mediatorinnen und Mediatoren. Als für Mediation national repräsentative Organisation gewährleistet die FSM zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen und den Ausbildungsinstituten die für professionelle Arbeit von Mediatorinnen und Mediatoren erforderlichen Rahmenbedingungen.
  • fördert gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen die Mediation in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik;
  • schafft Regelungen/Standards für Ausbildungen/Tätigkeiten im Bereich der Mediation und verleiht Titel;
  • verfolgt Entwicklungen, die für die Mediation von Bedeutung sind und nimmt bei Bedarf dazu Stellung;
  • informiert die Öffentlichkeit und die Behörden über die Möglichkeiten und Grenzen der Mediation;
  • koordiniert im Auftrag der Mitgliedsorganisationen Projekte;
  • pflegt den Austausch mit ausländischen Organisationen
Nach oben scrollen